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Über kaum ein Thema wird so viel geredet und so wenig gerechnet wie über die Rente. Dabei ist das System gar nicht so kompliziert, wenn man es sich als Gebäude auf drei Säulen vorstellt. Jede Säule trägt einen Teil – und keine trägt allein.
Säule 1: Die gesetzliche Rente
Das ist die Basis für die meisten Menschen. Du zahlst während des Arbeitslebens Beiträge, und im Ruhestand bekommst Du eine Rente. Wichtig zu wissen: Die gesetzliche Rente ersetzt nicht Dein volles Einkommen. Als grobe Orientierung landen viele bei rund der Hälfte ihres letzten Nettos. Genau hier entsteht die berühmte Rentenlücke.
Deine persönliche Prognose steht übrigens jedes Jahr in der „Renteninformation", die Dir die Rentenversicherung zuschickt. Ein Blick darauf lohnt sich – die meisten legen sie ungelesen weg.
Säule 2: Die betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Hier sparst Du über Deinen Arbeitgeber, oft direkt aus dem Bruttogehalt. Der Vorteil: Beiträge mindern heute Steuern und Sozialabgaben, und viele Arbeitgeber legen einen Zuschuss obendrauf. Dieser Zuschuss ist im Grunde geschenktes Geld.
Die andere Seite der Wahrheit: Im Ruhestand werden die Auszahlungen besteuert, und es können Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen. Eine bAV ist deshalb selten „falsch", aber sie will durchgerechnet sein.
Säule 3: Die private Vorsorge
Alles, was Du selbst aufbaust: vom ETF-Sparplan über private Renten- und Fondssparpläne bis zur Immobilie. Diese Säule ist die flexibelste – Du bestimmst Höhe, Risiko und Anlageform. Sie schließt die Lücke, die Säule 1 und 2 offenlassen.
So schätzt Du Deine Rentenlücke
Du brauchst dafür keine Glaskugel, nur drei Zahlen:
- Was willst Du im Ruhestand monatlich ausgeben? Sei ehrlich – Miete, Essen, Reisen, Hobbys.
- Was kommt voraussichtlich aus Säule 1 und 2? Renteninformation und bAV-Unterlagen geben Auskunft.
- Die Differenz ist Deine Lücke. Sie musst Du über Säule 3 schließen.
Ein vereinfachtes Beispiel: Wünschst Du Dir 2.200 € im Monat und kommen aus gesetzlicher und betrieblicher Rente zusammen 1.500 €, fehlen 700 € pro Monat. Diese Summe ist Dein konkretes Ziel – kein Bauchgefühl mehr.
Warum der Zeitpunkt alles ist
Der größte Hebel ist nicht die Höhe Deiner Beiträge, sondern die Zeit. Wer mit 30 anfängt, lässt den Zinseszins drei Jahrzehnte arbeiten. Wer mit 45 startet, muss für dasselbe Ergebnis deutlich mehr pro Monat zurücklegen. Anders gesagt: Der teuerste Tag ist der, an dem Du es wieder verschiebst.
Wie die drei Säulen in Deinem Fall zusammenspielen, vertieft der Themenüberblick Altersvorsorge. Wenn Du Deine Lücke einmal mit echten Zahlen durchrechnen willst, buch ein kostenloses Erstgespräch – ganz ohne Verkaufsabsicht.
Häufige Fragen
Wie groß ist die Rentenlücke im Schnitt?
Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?
Was ist besser: gesetzlich, betrieblich oder privat?
Ab wann sollte ich mit der Vorsorge anfangen?
Carsten Leven
Vermögensberater · Dipl. Bankbetriebswirt · 16 Jahre Volksbank
Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2026
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