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Als Angestellter trägt vieles ein unsichtbares Netz: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitgeberanteile, gesetzliche Rente, Arbeitslosenversicherung. Als Selbstständiger spannst Du dieses Netz selbst – Faden für Faden. Das ist mehr Arbeit, aber auch mehr Freiheit. Wichtig ist nur, dass kein großes Loch bleibt.
Risiko 1: Krankheit – kurzfristig und langfristig
Zwei Dinge sind hier zu trennen:
- Wenn Du vorübergehend krank bist, fehlt das Einkommen sofort, denn niemand zahlt Deinen Lohn weiter. Dafür gibt es das Krankentagegeld – es springt nach einer vereinbarten Karenzzeit ein.
- Die Krankenversicherung selbst: gesetzlich oder privat? Die private bietet oft mehr Leistung, die Beiträge sind aber nicht einkommensabhängig und steigen mit dem Alter. Diese Weichenstellung wirkt jahrzehntelang und gehört gründlich durchgerechnet.
Risiko 2: Der Verlust der Arbeitskraft
Dein wichtigstes Betriebsmittel bist Du selbst. Fällst Du dauerhaft aus, steht alles still. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb für Selbstständige oft noch wichtiger als für Angestellte – ein staatliches Auffangnetz gibt es hier praktisch nicht. Je nach Beruf sind die Tarife unterschiedlich teuer; es lohnt sich, früh und gesund abzuschließen.
Risiko 3: Schäden gegenüber Dritten
Ein Beratungsfehler, ein Wasserschaden beim Kunden, eine fehlerhafte Lieferung: Schäden, die Du im Rahmen Deiner Tätigkeit verursachst, können existenzbedrohend werden. Je nach Branche brauchst Du:
- Betriebshaftpflicht (Personen- und Sachschäden)
- Berufs- oder Vermögensschadenhaftpflicht (für beratende Berufe)
- ggf. Inhalts- oder Elektronikversicherung für teures Equipment
Risiko 4: Das Alter
Ohne automatische Rentenbeiträge ist die Altersvorsorge komplett Deine Aufgabe. Der Vorteil: volle Gestaltungsfreiheit. Der Nachteil: Wer es aufschiebt, merkt es erst spät – und dann schmerzhaft. Ein Mix aus flexiblen und planbaren Bausteinen passt sich schwankenden Einnahmen an.
Ein häufiger Fehler ist, alles ins eigene Unternehmen zu stecken nach dem Motto „die Firma ist meine Altersvorsorge". Das kann aufgehen – ist aber ein Klumpenrisiko. Etwas außerhalb des Betriebs aufzubauen, schafft Unabhängigkeit.
Risiko 5: Einnahmeschwankungen
Kein Auftrag, ein Ausfall, eine Flaute: Selbstständige brauchen einen Puffer. Als Orientierung gelten drei bis sechs Monatsausgaben auf einem separaten Konto – privat und betrieblich getrennt gedacht.
Die Reihenfolge zählt
Erst die existenziellen Risiken (Arbeitskraft, Krankheit, Haftung), dann die Rücklage, dann die langfristige Vorsorge. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, baut ein stabiles Netz – ohne sich an Kleinrisiken zu verzetteln.
Den größeren Zusammenhang findest Du im Themenüberblick für Gewerbekunden. Verwandt ist auch der Beitrag Welche Versicherungen wirklich nötig sind. Und wenn Du Dein Netz einmal gemeinsam prüfen willst, buch ein kostenloses Erstgespräch.
Häufige Fragen
Muss ich als Selbstständiger in die gesetzliche Rente einzahlen?
Gesetzlich oder privat krankenversichern?
Brauche ich eine Betriebshaftpflicht?
Wie sorge ich für Phasen ohne Einkommen vor?
Carsten Leven
Vermögensberater · Dipl. Bankbetriebswirt · 16 Jahre Volksbank
Zuletzt aktualisiert: 5. Mai 2026
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