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Carsten LevenVermögensberatung
Gewerbe

Absicherung für Selbstständige: Worauf es ankommt

Als Selbstständiger gibt es kein Sicherheitsnetz von der Stange. Welche Absicherung wirklich zählt – von Krankheit über Arbeitskraft bis zur Altersvorsorge.

2 Min. LesezeitVertiefung5. Mai 2026
Inhalt

Als Angestellter trägt vieles ein unsichtbares Netz: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitgeberanteile, gesetzliche Rente, Arbeitslosenversicherung. Als Selbstständiger spannst Du dieses Netz selbst – Faden für Faden. Das ist mehr Arbeit, aber auch mehr Freiheit. Wichtig ist nur, dass kein großes Loch bleibt.

Risiko 1: Krankheit – kurzfristig und langfristig

Zwei Dinge sind hier zu trennen:

  • Wenn Du vorübergehend krank bist, fehlt das Einkommen sofort, denn niemand zahlt Deinen Lohn weiter. Dafür gibt es das Krankentagegeld – es springt nach einer vereinbarten Karenzzeit ein.
  • Die Krankenversicherung selbst: gesetzlich oder privat? Die private bietet oft mehr Leistung, die Beiträge sind aber nicht einkommensabhängig und steigen mit dem Alter. Diese Weichenstellung wirkt jahrzehntelang und gehört gründlich durchgerechnet.

Risiko 2: Der Verlust der Arbeitskraft

Dein wichtigstes Betriebsmittel bist Du selbst. Fällst Du dauerhaft aus, steht alles still. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb für Selbstständige oft noch wichtiger als für Angestellte – ein staatliches Auffangnetz gibt es hier praktisch nicht. Je nach Beruf sind die Tarife unterschiedlich teuer; es lohnt sich, früh und gesund abzuschließen.

Risiko 3: Schäden gegenüber Dritten

Ein Beratungsfehler, ein Wasserschaden beim Kunden, eine fehlerhafte Lieferung: Schäden, die Du im Rahmen Deiner Tätigkeit verursachst, können existenzbedrohend werden. Je nach Branche brauchst Du:

  • Betriebshaftpflicht (Personen- und Sachschäden)
  • Berufs- oder Vermögensschadenhaftpflicht (für beratende Berufe)
  • ggf. Inhalts- oder Elektronikversicherung für teures Equipment

Risiko 4: Das Alter

Ohne automatische Rentenbeiträge ist die Altersvorsorge komplett Deine Aufgabe. Der Vorteil: volle Gestaltungsfreiheit. Der Nachteil: Wer es aufschiebt, merkt es erst spät – und dann schmerzhaft. Ein Mix aus flexiblen und planbaren Bausteinen passt sich schwankenden Einnahmen an.

Ein häufiger Fehler ist, alles ins eigene Unternehmen zu stecken nach dem Motto „die Firma ist meine Altersvorsorge". Das kann aufgehen – ist aber ein Klumpenrisiko. Etwas außerhalb des Betriebs aufzubauen, schafft Unabhängigkeit.

Risiko 5: Einnahmeschwankungen

Kein Auftrag, ein Ausfall, eine Flaute: Selbstständige brauchen einen Puffer. Als Orientierung gelten drei bis sechs Monatsausgaben auf einem separaten Konto – privat und betrieblich getrennt gedacht.

Die Reihenfolge zählt

Erst die existenziellen Risiken (Arbeitskraft, Krankheit, Haftung), dann die Rücklage, dann die langfristige Vorsorge. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, baut ein stabiles Netz – ohne sich an Kleinrisiken zu verzetteln.

Den größeren Zusammenhang findest Du im Themenüberblick für Gewerbekunden. Verwandt ist auch der Beitrag Welche Versicherungen wirklich nötig sind. Und wenn Du Dein Netz einmal gemeinsam prüfen willst, buch ein kostenloses Erstgespräch.

Häufige Fragen

Muss ich als Selbstständiger in die gesetzliche Rente einzahlen?
Das hängt vom Beruf ab. Einige Gruppen sind pflichtversichert (etwa bestimmte Handwerker, Künstler über die KSK), viele aber nicht. Wer nicht pflichtversichert ist, muss seine Altersvorsorge vollständig selbst organisieren.
Gesetzlich oder privat krankenversichern?
Beides ist möglich. Die private Krankenversicherung bietet oft mehr Leistung, die Beiträge steigen aber mit dem Alter und sind nicht einkommensabhängig. Die Entscheidung ist langfristig und sollte gut gerechnet sein.
Brauche ich eine Betriebshaftpflicht?
In den meisten Fällen ja. Sie deckt Schäden ab, die Du im Rahmen Deiner Tätigkeit bei Dritten verursachst – das kann schnell existenzbedrohend werden. Je nach Branche kommen Berufs- oder Vermögensschadenhaftpflicht hinzu.
Wie sorge ich für Phasen ohne Einkommen vor?
Mit einer Rücklage. Als Orientierung gelten drei bis sechs Monatsausgaben auf einem separaten Konto. Ohne Lohnfortzahlung und Arbeitslosengeld ist dieser Puffer für Selbstständige besonders wichtig.

Carsten Leven

Vermögensberater · Dipl. Bankbetriebswirt · 16 Jahre Volksbank

Zuletzt aktualisiert: 5. Mai 2026

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