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Carsten LevenVermögensberatung
Absicherung

Welche Versicherungen wirklich nötig sind

Existenzielle Risiken zuerst: Welche Versicherungen Du wirklich brauchst, welche optional sind und welche Du Dir oft sparen kannst – nach einem klaren Prinzip sortiert.

2 Min. LesezeitEinstieg8. Mai 2026
Inhalt

Versicherungen sind ein seltsames Produkt: Man zahlt für etwas, das man sich nicht wünscht. Kein Wunder, dass viele entweder zu viel oder das Falsche versichern. Dabei gibt es ein einfaches Prinzip, das fast alle Entscheidungen sortiert.

Das Prinzip: Versichere, was Dich ruinieren würde

Die Leitfrage lautet nicht „Was könnte passieren?", sondern: „Welcher Schaden würde mich finanziell umwerfen?"

Ein verlorenes Handy für 600 € tut weh, ruiniert Dich aber nicht. Eine Berufsunfähigkeit, die Dein Einkommen über Jahrzehnte streicht, schon. Genau dorthin gehört Dein Geld zuerst: zu den großen, seltenen, existenziellen Risiken – nicht zu den kleinen, häufigen.

Die Pflicht: existenzielle Risiken zuerst

  • Private Haftpflicht. Kostet wenige Euro im Monat und deckt Schäden ab, die in die Hunderttausende gehen können. Für praktisch jeden sinnvoll.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Deine Arbeitskraft ist meist Dein größtes Vermögen. Fällt sie weg, fällt das Einkommen weg. Die BU ersetzt es – das ist für die meisten die wichtigste Einkommensabsicherung.
  • Eine gute Krankenversicherung. In Deutschland Pflicht, aber lohnt den Blick auf den passenden Schutz.
  • Risikolebensversicherung, wenn Menschen von Deinem Einkommen abhängen – etwa Familie oder ein gemeinsamer Kredit.

Das Kommt-drauf-an: situativ sinnvoll

Diese Policen sind je nach Lebenssituation richtig oder überflüssig:

  • Hausrat – sinnvoll, wenn eine Neuanschaffung des gesamten Haushalts Dich finanziell träfe.
  • Kfz-Kasko – beim neuen Auto meist ja, beim alten Gebrauchten oft nein.
  • Rechtsschutz – nützlich, aber kein Existenzschutz.
  • Tierhalterhaftpflicht – bei Hunden in vielen Bundesländern ohnehin Pflicht.

Das Kann-weg: Geld, das woanders fehlt

Hier wird am häufigsten unnötig gezahlt:

  • Handy- und Brillenversicherungen
  • Reisegepäckversicherungen
  • Garantieverlängerungen für Elektrogeräte
  • viele „Spezial"-Policen für Einzelrisiken

Jeder dieser Beiträge ist klein. In Summe ist es oft genau das Geld, das für eine ordentliche BU fehlt.

Eine kleine Faustregel

Sortiere jede Versicherung in drei Schubladen: existenziell, situativ, verzichtbar. Fülle die erste Schublade vollständig, prüfe die zweite ehrlich – und sei bei der dritten streng mit Dir.

Versicherungen sind außerdem kein „einmal abschließen und vergessen". Heirat, Kinder, Hauskauf, Selbstständigkeit – jede große Veränderung ist ein guter Anlass, den Schutz neu zu sortieren.

Mehr zum systematischen Vorgehen findest Du im Themenüberblick Absicherung. Und wenn Du wissen willst, was in Deinem Fall in welche Schublade gehört, buch ein kostenloses Erstgespräch – ohne dass Dir etwas verkauft wird.

Häufige Fragen

Welche Versicherung ist die wichtigste?
Für die meisten Menschen die private Haftpflicht (geringe Kosten, existenzielle Wirkung) und die Berufsunfähigkeitsversicherung, weil die eigene Arbeitskraft das größte Vermögen vieler Menschen ist.
Brauche ich eine Handyversicherung?
In der Regel nicht. Ein kaputtes Handy ist ärgerlich, aber kein existenzielles Risiko. Solche Kleinrisiken kannst Du meist selbst tragen – das spart Beiträge für das Wesentliche.
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu teuer?
Sie kostet etwas, schützt aber das, womit Du Dein gesamtes Einkommen verdienst. Je früher und gesünder Du abschließt, desto günstiger ist sie meist. Es gibt auch abgespeckte Varianten.
Reicht nicht die gesetzliche Unfallversicherung?
Nein. Die gesetzliche Unfallversicherung greift im Wesentlichen nur bei Arbeitsunfällen und auf dem Arbeitsweg. Die meisten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind aber Krankheiten – die sind dort nicht abgedeckt.

Carsten Leven

Vermögensberater · Dipl. Bankbetriebswirt · 16 Jahre Volksbank

Zuletzt aktualisiert: 8. Mai 2026

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