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Versicherungen sind ein seltsames Produkt: Man zahlt für etwas, das man sich nicht wünscht. Kein Wunder, dass viele entweder zu viel oder das Falsche versichern. Dabei gibt es ein einfaches Prinzip, das fast alle Entscheidungen sortiert.
Das Prinzip: Versichere, was Dich ruinieren würde
Die Leitfrage lautet nicht „Was könnte passieren?", sondern: „Welcher Schaden würde mich finanziell umwerfen?"
Ein verlorenes Handy für 600 € tut weh, ruiniert Dich aber nicht. Eine Berufsunfähigkeit, die Dein Einkommen über Jahrzehnte streicht, schon. Genau dorthin gehört Dein Geld zuerst: zu den großen, seltenen, existenziellen Risiken – nicht zu den kleinen, häufigen.
Die Pflicht: existenzielle Risiken zuerst
- Private Haftpflicht. Kostet wenige Euro im Monat und deckt Schäden ab, die in die Hunderttausende gehen können. Für praktisch jeden sinnvoll.
- Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Deine Arbeitskraft ist meist Dein größtes Vermögen. Fällt sie weg, fällt das Einkommen weg. Die BU ersetzt es – das ist für die meisten die wichtigste Einkommensabsicherung.
- Eine gute Krankenversicherung. In Deutschland Pflicht, aber lohnt den Blick auf den passenden Schutz.
- Risikolebensversicherung, wenn Menschen von Deinem Einkommen abhängen – etwa Familie oder ein gemeinsamer Kredit.
Das Kommt-drauf-an: situativ sinnvoll
Diese Policen sind je nach Lebenssituation richtig oder überflüssig:
- Hausrat – sinnvoll, wenn eine Neuanschaffung des gesamten Haushalts Dich finanziell träfe.
- Kfz-Kasko – beim neuen Auto meist ja, beim alten Gebrauchten oft nein.
- Rechtsschutz – nützlich, aber kein Existenzschutz.
- Tierhalterhaftpflicht – bei Hunden in vielen Bundesländern ohnehin Pflicht.
Das Kann-weg: Geld, das woanders fehlt
Hier wird am häufigsten unnötig gezahlt:
- Handy- und Brillenversicherungen
- Reisegepäckversicherungen
- Garantieverlängerungen für Elektrogeräte
- viele „Spezial"-Policen für Einzelrisiken
Jeder dieser Beiträge ist klein. In Summe ist es oft genau das Geld, das für eine ordentliche BU fehlt.
Eine kleine Faustregel
Sortiere jede Versicherung in drei Schubladen: existenziell, situativ, verzichtbar. Fülle die erste Schublade vollständig, prüfe die zweite ehrlich – und sei bei der dritten streng mit Dir.
Versicherungen sind außerdem kein „einmal abschließen und vergessen". Heirat, Kinder, Hauskauf, Selbstständigkeit – jede große Veränderung ist ein guter Anlass, den Schutz neu zu sortieren.
Mehr zum systematischen Vorgehen findest Du im Themenüberblick Absicherung. Und wenn Du wissen willst, was in Deinem Fall in welche Schublade gehört, buch ein kostenloses Erstgespräch – ohne dass Dir etwas verkauft wird.
Häufige Fragen
Welche Versicherung ist die wichtigste?
Brauche ich eine Handyversicherung?
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu teuer?
Reicht nicht die gesetzliche Unfallversicherung?
Carsten Leven
Vermögensberater · Dipl. Bankbetriebswirt · 16 Jahre Volksbank
Zuletzt aktualisiert: 8. Mai 2026
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