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Erben löst zwei Dinge gleichzeitig aus: Trauer und Papierkram. Über die Steuer denkt kaum jemand gern nach – dabei entscheidet oft nur ein bisschen Vorausplanung darüber, ob am Ende ein großer oder ein kleiner Teil beim Finanzamt landet.
Wie die Erbschaftsteuer grundsätzlich funktioniert
Vereinfacht gilt: Wer erbt oder beschenkt wird, zahlt auf den Wert oberhalb eines Freibetrags Steuern. Zwei Faktoren bestimmen, wie viel:
- Das Verwandtschaftsverhältnis – es legt Freibetrag und Steuerklasse fest.
- Die Höhe des Erbes – je mehr über dem Freibetrag liegt, desto höher der Steuersatz.
Je näher verwandt, desto höher der Freibetrag und desto niedriger der Satz.
Die wichtigsten Freibeträge
| Verhältnis zum Erblasser | Freibetrag |
|---|---|
| Ehepartner / eingetragene Lebenspartner | 500.000 € |
| Kinder (je Elternteil) | 400.000 € |
| Enkel (Eltern leben noch) | 200.000 € |
| Eltern und Großeltern (im Erbfall) | 100.000 € |
| Geschwister, Nichten, Neffen, Nichtverwandte | 20.000 € |
Du siehst schon: Zwischen einem Kind (400.000 €) und einem Neffen (20.000 €) liegen Welten. Genau deshalb lohnt es sich, früh zu planen.
Der unterschätzte Hebel: die Zehn-Jahres-Regel
Der größte legale Spielraum steckt in einem Satz: Freibeträge bei Schenkungen erneuern sich alle zehn Jahre.
Ein Beispiel: Ein Elternpaar möchte dem Kind 800.000 € übertragen. Verschenkt es alles auf einen Schlag, ist nur ein Teil durch den Freibetrag gedeckt. Verteilt es die Übertragung über die Jahre – und nutzt, dass Vater und Mutter je 400.000 € steuerfrei geben können – lässt sich die Steuerlast oft erheblich senken oder ganz vermeiden.
Wer mit 60 beginnt statt mit 80, hat schlicht mehr Zehn-Jahres-Fenster zur Verfügung.
Das Familienheim
Die selbst bewohnte Immobilie genießt eine Sonderstellung. Für den überlebenden Ehepartner kann sie unter Bedingungen komplett steuerfrei übergehen, für Kinder teilweise – allerdings geknüpft an Selbstnutzung und Wohnfläche. Diese Regeln sind detailreich und im Einzelfall zu prüfen.
Drei Hebel, die fast immer helfen
- Früh anfangen. Mehr Zeit bedeutet mehr nutzbare Freibeträge.
- In Etappen schenken statt alles auf einmal.
- Beide Elternteile einbeziehen, damit Freibeträge doppelt wirken.
Eine ehrliche Einordnung
Steuern sparen ist gut – aber die Reihenfolge zählt: Erst muss die Versorgung der Schenkenden gesichert sein. Vermögen zu früh oder zu schnell wegzugeben, kann im Alter zum Problem werden. Gute Nachfolgeplanung denkt deshalb beides zusammen: Steuer und Absicherung.
Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall – dafür sind Steuerberater und Notar zuständig. Den größeren Zusammenhang findest Du im Themenüberblick Erbschaft & Schenkung. Wenn Du Deine Situation grob einordnen lassen willst, buch ein kostenloses Erstgespräch.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Freibetrag für Kinder?
Kann ich den Freibetrag mehrfach nutzen?
Wird das selbst bewohnte Familienheim besteuert?
Brauche ich für eine Schenkung einen Notar?
Carsten Leven
Vermögensberater · Dipl. Bankbetriebswirt · 16 Jahre Volksbank
Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2026
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